Pressebericht der Bibliothek des Priesterseminars und PRO LIBRIS vom 14. Januar 2009

Neue bibliophile Kostbarkeit

In einem Vortrag stellte Prof. Dr. Franz Ronig, 1. Vorsitzender der Bibliophilen Gesellschaft Trier PRO LIBRIS, das neue Faksimile der Bibliothek des Priesterseminars „Das Brüsseler Perikopenbuch aus Echternach“ vor am 13. Januar 2009 im Historischen Lesesaal der Bibliothek des Priesterseminars.

Prof. Dr. Franz Ronig

Der Referent verwies auf die Bedeutung des Trierer Skriptoriums von Bischof Egbert im 10. Jahrhundert für Herstellung bibliophiler Kostbarkeiten. Dessen Erbe war das „Buchatelier“ der Abtei Echternach. Dort entstand auch das Brüsseler Perikopenbuch um 1030. Es tauchte erst im 18. Jahrhundert im Kölner Jesuitengymnasium auf. Die Jesuiten beschrieben die faszinierende Ästhetik des Brüsseler Perikopenbuchs und lösten eine Begeisterung für dieses Buch aus. Während der Französischen Revolution kam das Buch nach Paris und von dort 1815 nach Brüssel.

Die Ästhetik zeigt sich schon in der prachtvollen, farbigen Darstellung Jesu Christi und der vier Evangelisten und setzt sich fort in der Taufe Jesu und seines Einzugs in Jerusalem. Ronig verdeutlichte an ausgewählten Bildbeispielen des Egbertkodexes, des Prümer Tropars und des Bremer Perikopenbuchs gemeinsame Motive. Die enge Verzahnung der Skriptorien in der Trierer Region zeigt sich in einer gemeinsamen Sammlung von Motiven und Skizzen, aus dem die Ateliers schöpften.

Pressebericht vom 28. Januar 2009

Der Trierer Domschatz – neu interpretiert

Zu einer virtuellen Führung durch den „Trierer Domschatz“ lud Professor Dr. Wolfgang Schmid (Universität Trier) am 27. Januar 2009 seine Zuhörer ein im Historischen Lesesaal der Bibliothek des Priesterseminars in Trier. Auf einem Trierer Wallfahrtsdruck von 1655 ist der Domschatz detailliert abgebildet. In den kostbaren Werken der Schatzkunst werden bis heute die Reliquien der Trierer Kirche verehrt: das Haupt der heiligen Helena, der Stab und die Ketten von Petrus sowie die Sandalen des Andreas.

Prof. Dr. Wolfgang Schmid

Durch Gebete und Liturgie wurde im Dom eine Gemeinschaft der Lebenden und Toten geschaffen. Die meisten der Reliquiare wie die des Hubertushirsches verlieren sich in den Wirren der Französischen Revolution. Schmid verwies auf die Verbindung von politischer und memorialer Bedeutung des Trierer Domschatzes: Seit Erzbischof Egbert nutzten die Erzbischöfe und das Domkapitel ihn für ihr eigenes Totengedenken und die Interessen des Erzbistums Trier im Heiligen Römischen Reich. So inszenierte der Trierer Erzbischof Karl Kaspar von der Leyen die Reliquien „medienwirksam“ in der Heiligrockwallfahrt von 1655, um einen kirchlichen Neubeginn nach dem Dreißigjährigen Krieg zu veranschaulichen. Bei dem Vortrag wurde die neuste Publikation von Wolfgang Schmid vorgestellt: „Graphische Medien und katholische Reformation“ (Paulinus-Verlag), 2009. Der Band kann in der Bibliothek des Priesterseminars für 6,90 Euro und das Faksimile des Wallfahrtsdrucks mit Begleitheft für 8,00 Euro erworben werden.

Pressebericht vom 10. Februar 2009

Der Romzug Heinrichs VII. – eine Bilderhandschrift neu interpretiert

„Der Romzug Heinrichs VII. in der Darstellung Erzbischof Balduins von Trier“ hieß der Vortrag von Professor Dr. Wolfgang Schmid (Universität Trier) am 10. Februar 2009 im Historischen Lesesaal der Bibliothek des Priesterseminars in Trier.

Prof. Dr. Wolfgang Schmid

Anlass war die neue Publikation der Bilderhandschrift von Kaiser Heinrichs VII. Romfahrt „Der Weg zur Kaiserkrone - Der Romzug Heinrichs VII. in der Darstellung Erzbischof Balduins von Trier (Kliomedia), 2009“. Der Referent charakterisierte die Bilderhandschrift als einen repräsentativen Staatskodex und ein politisches Medium in Form einer Bildreportage, mit dem Balduin geschickt seinen Aufstieg und den des Grafengeschlechts von Luxemburg darstellen ließ. Die Absicht dieser „Bildreportage“ ist vielschichtig: Sie zeigt Balduin als „Kaisermacher“, engen Berater und Finanzier von seinem Bruder Heinrich VII. Der Bilderzyklus verherrlicht die beiden Luxemburger Grafenbrüder als ideale Ritter und gerechte Herrscher. Dadurch mehrt er das Prestige der gesamten Familie. Er hält aber auch die Erinnerung an Heinrich VII. und seine Frau Margarete wach, die beide auf der Romfahrt starben. Die originalgetreuen Abbildungen mit Rändern machen den besonderen Reiz dieser Edition aus und lassen die politischen Aussagen der Abbildungen erst richtig auf den Betrachter wirken.

Pressebericht vom 17. Februar 2009

Spannende antike Buchkultur

„Die Anfänge des europäischen Buchwesens: Griechische Büchersammlungen und Bibliotheken vom 6. Jahrhundert vor Christus bis in die hellenistischen Zeiten “ hieß der Vortrag von Professor Dr. Carl Werner Müller (Universität Saarbrücken) am 17. Februar 2009 im Historischen Lesesaal der Bibliothek des Priesterseminars in Trier.

Dr. Carl Werner Müller

Der Wunsch nach Spannung, Unterhaltung und Sinnsuche schuf Bücher und Bibliotheken im antiken Griechenland. Die ersten griechischen Autoren stillten dort dieses Verlangen: Homer bot mit seiner Illias und Odyssee Spannung. Die Komödien von Aischylos unterhielten das Theaterpublikum. Auch antike Politiker, wie der Athener Solon, wussten bald um die Bedeutung von Büchern und Bibliotheken: Sie nutzten sie für die kulturelle Identitätsstiftung und die Bildung. Deshalb förderten sie Kulturfestivals wie Gesangswettbewerbe und Dramenaufführungen. Der Erfolg sorgte dafür, dass das griechische Original überall kopiert wurde: Auch in den damaligen bedeutenden Städten Milet und Alexandria gingen Menschen in Bibliotheken, um sich zu bilden und an der Literatur zu erfreuen.

Pressebericht vom 20. März 2009

Für Kinder ist das Beste gut genug!

In ihrem Vortrag „Biblische Augen- und Seelenlust“ präsentierte die Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Berliner Staatsbibliothek, Carola Pohlmann, Illustrationen im christlich-religiösen Kinderbuch am 19. März 2009 in der Bibliothek des Priesterseminars.

Carola Pohlmann

Ab dem 15. Jahrhundert vermittelten Kinderbücher sittlich-moralische Erziehung wie der Kinderkatechismus von Martin Luther 1529. Doch nur vermögende Familien der Oberschicht kauften ihren Kindern diese damals teuren Bücher. Die Eltern sahen in ihrem Nachwuchs kleine Erwachsene, die sie möglichst früh lebenstauglich machen wollten. So entstand neben dem Kinderkatechismus das Realienbuch mit Illustrationen. Beispielhaft ist der Orbis pictus aus dem Jahr 1658 von Johann Amos Comenius (1592-1670): Die Kinder sollten spielerisch durch Bilder und Rätsel Latein lernen. Erst die Spätaufklärung im 18. Jahrhundert respektierte Kinder als Kinder: Die bürgerliche Kleinfamilie entdeckte die Kindheit als einen eigenen „goldenen“ Lebensabschnitt. Autoren und Verlage fächerten darauf ihr Angebot thematisch und preislich auf: Unter dem Motto „Unterhaltung und Bildung“ entstand in Bilderbögen und Büchern eine eigene phantastische Kinderwelt in Sagen und Märchen, aber auch in christlichen Erzählungen und Legenden, dem Alten und Neuen Testament entlehnt. Die Jungen und Mädchen sollten aber auch auf ihre späteren Aufgaben als Hausfrauen bzw. Handwerker vorbereitet werden. Kurze und leicht verständliche Bibelzitate, erklärende Texte, Bilder und Bastelbögen in Enzyklopädien weckten und begeisterten daher das kindliche Interesse für bürgerliche Werte: geschlechtsspezifische Berufe, Leistung und tugendhaftes, christliches Leben. Bis in die Gegenwart wurde die Gestaltung der Kinderbibel reicher: Weihnachtskalender, christliche Comics und Rätselhefte zum christlichen Glauben. In der Gegenwart zeichnen sich Kinderbibeln durch behutsame Texte und künstlerische, geistreiche Illustrationen aus.

Pressebericht vom 29. April 2009

Die Autorenbilder im Codex Manesse

In seinem Vortrag „Liturgie und Manesse“ präsentierte der Leiter der Handschriftenabteilung der Pfälzischen Landesbibliothek in Speyer Dr. Armin Schlechter Autorenbilder in geistlichen Handschriften und im Codex Manesse in der Bibliothek des Priesterseminars am 28. April 2009.

Dr. Armin Schlechter

Der um 1300 in Zürich im Auftrag der Patrizierfamilie Manesse entstandene Codex Manesse ist die berühmteste deutsche Liederhandschrift aus dem Mittelalter. Er ordnet jedem der 138 Lieder ein Autorenbild zu. Die Handschrift sollte Ritter zu einem höfischen Benehmen gegenüber vornehmen Frauen anleiten. Die typologischen Miniaturen sind trotz ihrer Wiederholungen abwechslungsreich gestaltet, indem die Autorenbilder die Dichter standesgemäß in ihrem Alltag oder bei ihrem Minnedienst mit Symbolen wiedergeben: Adlige wie Hermann von Aue sind als Ritter mit Wappenschild und Helmzier gezeichnet oder wie Albrecht von Hohenberg in einer Schlacht. Ohne Wappenschild erwartet der nichtadlige Johannes Harlaub seine Angebetete vor der Kirche. Der nichtadlige Schulmeister von Esslingen begegnet uns bei seinem Unterricht mit einer Rute. Walther von der Vogelweide liest in einer Buchrolle.

Die Dichter aus dem Codex Manesse sind also erkennbar an ihren Symbolen (wie die vier Evangelisten). Der Codex ist eine unschätzbare Quelle für die Kultur und das Alltagsleben im Mittelalter, denn die Hälfte aller Lieder ist nur in diesem Kodex überliefert.

Pressebericht vom 05. Mai 2009

Neues Faksimile in der Bibliothek des Priesterseminars

In seinem Vortrag „Das illustrierte Lobgedicht auf den König Robert von Anjou (um 1279-1343)“ präsentierte Prof. Dr. Franz Ronig, 1. Vorsitzender der Bibliophilen Gesellschaft Trier PRO LIBRIS, das neu erworbene Faksimile dieser großformatigen Prachthandschrift in der Bibliothek des Priesterseminars am 5. Mai 2009.

Prof. Dr. Franz Ronig

Robert gewann als König von Neapel in Italien politischen Einfluss gegenüber seinem deutschen Lehnsherrn Kaiser Heinrich VII. (1278-1313). Er wurde zum Schutzherrn des Papstes und von bedeutenden, kaiserfeindlichen Städten wie Genua und Florenz. „Das Lobgedicht auf den König“ von dem Frühhumanisten Convenevole da Prato (um 1270-1338) spiegelt das politische Ziel einer gleichberechtigten Herrschaft mit dem Papsttum in Italien. Robert war kein erfolgreicher Politiker, aber dafür ein erfolgreicher Mäzen der Bildung und Wissenschaften an seinem Hof: Er förderte die Buchkunst und Gelehrte wie Convenevole da Prato und dessen Schüler Francesco Petraca. Unverkennbar ist der Einfluss der apokalyptischen Theologie des Joachim von Fiore.

Neues Faksimile in der Bibliothek des Priesterseminars

In seinem Vortrag „Die Illustrationen des Psalters von Robert de Lisle (1288-1344)“ präsentierte Prof. Dr. Franz Ronig das neu erworbene Faksimile dieser Prachthandschrift vor zahlreichen Besuchern in der Bibliothek des Priesterseminars.

Prof. Dr. Franz Ronig

Unter der Regierung der englischen Könige Edward II. und Edward III. war Robert de Lisle ein einflussreicher und vermögender Großgrundbesitzer, der sich für Wissenschaften und Theologie interessierte. Seine hohe Bildung bezeugt das vor 1339 gefertigte Psalter, von dem heute leider nur noch 19 Blätter erhalten sind.

Drei unbekannte Meister schufen für ihn ein einzigartiges Gebet- und Lehrbuch: Liebevolle Detailfreude, eine genaue Malweise, durchdachte Kompositionen und ein sparsamer Farbauftrag kennzeichnen die hohe Ästhetik des Psalters. Mehrfach verwendete, symbolhafte Bildtypen wie der Lebensbaum und das Lebensrad erinnern die Menschen an ihre eigene Endlichkeit und ermahnen sie zu einem tugendhaften Leben. Gleichzeitig systematisieren diese Bildmotive die Welt und das Wissen über sie.

Am langen Arm von Kurtrier: Westerwald und Lahntal im Mittelalter

In seinem Eröffnungsvortrag zur gleichnamigen Ausstellung „Am langen Arm von Trier: Vom Rande zur Mitte Europas – Kurtrier an Rhein und Lahn“ in der Bibliothek des Priesterseminars Trier präsentierte der Zisterzienser P. Dr. Herrmann Josef Roth am 6. Oktober 2009 die Geschichte des alten Kurtrier jenseits des Rheins und im Lahngebiet. Die Ausstellung von Urkunden, Münzen und bibliophilen Raritäten kann bis zum 21. Oktober 2009, montags bis freitags 9 – 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Zisterzienser P. Dr. Herrmann Josef Roth

Für das alte Erzbistum Trier waren die Regionen von Westerwald und Taunus seit dem Mittelalter entfernte Randlagen, die trotzdem aber wichtig für seine wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung waren. Ein verzweigtes Straßennetz von Frankreich bis in die Messestadt Leipzig brachte eine wirtschaftliche Blüte und neues Wissen. Unentwegt versuchten die Erzbischöfe und Kurfürsten ihr Territorium zu vergrößern. Sie besiedelten durch Burgenbau an den Handelswegen wichtige Knotenpunkte. Reliquien beanspruchten symbolträchtig ihre regionale Anwesenheit: Die Reliquien des heiligen Lubentius als „Herold von Trier“ machten aus dem Grenzort Hartenfels eine attraktive Wallfahrtsstätte. Die Erzbischöfe förderten nicht zuletzt die Niederlassungen verschiedener Reformorden.

Unser Foto zeigt P. Dr. Roth mit dem Wappenschild des letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzellaus vom Hausaltar des Schlosses Montabaur.

Neues Faksimile in der Bibliothek des Priesterseminars

In seinem Vortrag „Das Reichenauer Perikopenbuch aus der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel“ am 28. Oktober 2009 präsentierte Prof. Dr. Franz Ronig das neu erworbene Faksimile dieser Handschrift mit prächtigen Illustrationen vor zahlreichen Besuchern in der Bibliothek des Priesterseminars.

Prof. Dr. Franz Ronig

Dieses Evangelistar kam vermutlich als Geschenk des deutschen Kaisers Heinrich II. (973-1024) in den Hildesheimer Dom und von dort in den Besitz der Braunschweiger Herzöge. Unverkennbar beeinflussen aber Bildgut und Malstil aus Konstantinopel und dem Kloster Reichenau seine lediglich neun Bilder. Je drei Bilder sind Weihnachten, Ostern und den Heiligen gewidmet.

Die unbekannten Meister aus der Reichenauer Schreibwerkstatt schufen ein bemerkenswertes Messbuch: ein abstrakter Malstil, individuell gestaltete Figuren und Initialbuchstaben kennzeichnen die hohe Ästhetik dieses Perikopenbuches. Motivvorlagen aus dem Wolfenbütteler Musterbuch und der Trierer Malschule inspirierten diese erlesenen Bilder.

Anleitung zum Bestseller: Den Nerv treffen

Vortrag „Legenda aurea von Jacobus de Voragine“ von Professor Heike Grieser in der Bibliothek des Priesterseminars Trier

In ihrem Vortrag „Die Legenda aurea von Jacobus de Voragine (um 1230-1298)“ präsentierte die Saarbrücker Kirchenhistorikerin Professor Heike Grieser am 4. November 2009 vor zahlreichen Besuchern die Erfolgsstory eines mittelalterlichen Bestsellers.

Die „Legenda aurea“ ist die bekannteste, mittelalterliche Predigtsammlung mit 182 Heilligengeschichten für das ganze Kirchenjahr. Jeder Leser wird vom Inhalt der Schrift emotional angesprochen. Die Geschichten sind auf Deutsch und nicht wie damals üblich auf Latein, der mittelalterlichen Gelehrtensprache.

Weil auch von Heiligen aus dem Umfeld des Lesers erzählt wird, kann er sich leichter mit seinen Heiligen identifizieren.

Wie die Gebrüder Grimm unterhält der Dominikanermönch Jacobus de Voragine als guter Erzähler seine Leser durch spannungsreiche Heiligengeschichten.

Seit ihrem Erscheinen diente die „Legenda aurea“ immer wieder ihrem Zweck als Vorlage für Predigten und theologische Belehrungen.

Pressebericht der Bibliothek des Priesterseminars vom 25. November 2009

Beatus-Apokalypse aus Gerona - Franz Ronig präsentiert ein Faksimile des Beatus-Kommentars der Offenbarung des Johannes. In seinem Vortrag „Die Beatus-Apokalypse des Domschatzes zu Gerona“ stellte Professor Franz Ronig ein neues Faksimile dieser Handschrift im Historischen Lesesaal der Bibliothek des Trierer Bischöflichen Priesterseminars vor.

Prof. Dr. Franz Ronig

Die Beatus-Apokalypse ist ein mit 100 Miniaturen reich illustrierter Kommentar zu der Offenbarung des Johannes, der um 975 fertig gestellt wurde. Als dessen Verfasser gilt der Mönch Beatus Liebana, der

ein Zeitgenosse von Karl dem Großen war. Dieser Kommentar ist heute vor dem Hintergrund der damaligen katholischen Lehre zu verstehen. Er berücksichtigt die Kirchenväter Ambrosius und Augustinus sowie das apokalyptische Danielbuch des Alten Testamentes. Bemerkenswert sind die einzigartigen Miniaturen am Beginn der Handschrift.

Die Beatus-Apokalypse war unter den Mönchen in Spanien zur privaten Andacht weit verbreitet, wie zahlreiche Handschriften belegen. Motive wie die „Hure Babylon“ und die „Arche Noah“ bewegen uns heute noch als Visionen, die zum Nachdenken anregen. Interessant ist, dass die Malerin und der Schreiber dieser Apokalypse-Handschrift aus dem frühen Mittelalter uns namentlich bekannt sind: En und Senior.