Presseberichte 2015


Pressemitteilung der Bibliothek des Priesterseminars Trier zum Vortrag
am 20. Januar 2015

Zum Thema „Die Bibliotheken des Trierer Jesuitenkollegs und der Universität – Vier Jahrhunderte in den Räumen des heutigen Priesterseminars“ referiert Herr Prof. Dr. Gunther Franz, ehemaliger Direktor der Stadtbibliothek Trier, in der Reihe zur Trierer Bibliotheksgeschichte am Dienstag, 20. Januar 2015, um 18.00 Uhr im historischen Lesesaal der Bibliothek des Priesterseminars.

Der Vortrag widmet sich der Geschichte des Gebäudekomplexes des Bischöflichen Priesterseminars Trier, der seit der Übergabe des Franziskanerklosters an die Jesuiten 1570 eine zentrale Bedeutung für das Trierer Geistesleben und die Bibliotheksgeschichte hat. Da die 1473 eröffnete Universität keine eigene Bibliothek besaß, erhielt die 1561 gegründete Bibliothek des Jesuitenkollegs diese Aufgabe. Die daneben 1722 ins Leben gerufene kleine Universitätsbibliothek wurde 1773 mit der vormaligen Jesuitenbibliothek zur „Seminariums- und Universitätsbibliothek“ vereinigt. Beide bilden eine Wurzel der Stadtbibliothek Trier, die seit 1570 im selben Gebäude blieb, fast 400 Jahre lang bis 1957.

Veranstalter sind die Bibliothek des Priesterseminars Trier und die Bibliophile Gesellschaft Trier PRO LIBRIS. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Im Anschluss laden die Veranstalter zu einem Empfang ein.


Pressebericht der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Trier vom 22.1.2015

„Die Bibliotheken des Trierer Jesuitenkollegs und der Universität – Vier Jahrhunderte in den Räumen des heutigen Priesterseminars“

Die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars setzte ihre Vortragsreihe „50 Jahre Jesuitenstraße 13“ aus Anlass der 50. Wiederkehr der Einsegnung ihrer heutigen Bibliotheksräume durch Bischof Matthias Wehr fort.

Der Trierer Historiker Prof. Dr. Gunther Franz, früherer Direktor der Stadtbibliothek Trier, skizzierte die wechselvolle Geschichte der kirchlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken im heutigen Gebäude des Trierer Priesterseminars seit dem hohen Mittelalter bis heute. Zu dem Referat hatten die Bibliothek des Priesterseminars Trier und die Bibliophile Gesellschaft Trier PRO LIBRIS eingeladen.

Die Stadt Trier mit ihren Klöstern war fortlaufend seit der Spätantike eine Stätte der Kultur und Wissenschaften. Daher verwundern hier auch wenig die frühen Belege für mittelalterliche „Klosterbibliotheken“ sowie die Gründung einer Universität (1455), die 1473 eröffnet wurde. Doch erstaunlicherweise gab es bis ins 18. Jahrhundert keine eigene Universitätsbibliothek. Denn deren Studenten und Lehrenden nutzten die Buchbestände des Simeonstifts in der Porta Nigra sowie des Franziskaner-Minoritenklosters, das sich am Ort des heutigen Priesterseminars befand. Deshalb besteht auch hier seit dem 13. Jahrhundert bis heute eine fast ununterbrochene Bibliothekstradition.

Im Zuge der Gegenreformation in der Stadt Trier hatte der damalige Erzbischof und Kurfürst Johann von der Leyen den Jesuitenorden 1560 mit der höheren Bildung betraut. Die Jesuiten unterrichteten in Folge am von ihnen gegründeten Jesuitenkolleg und an der Universität Trier, seit 1570 im heutigen Bibliotheksgebäude. Für Lehre und Forschung richten sie dann jeweils eine Kolleg- und Noviziatsbibliothek (für ihren Ordensnachwuchs) ein, die bis zur Aufhebung des Jesuitenordens 1773 bestehen blieben. Im gleichen Jahr öffnete dann die „Kurfürstliche und Universitätsbibliothek“ ihre Pforten und übernahm die Literaturversorgung weiter. In diesem Zusammenhang berichtigte der Vortragende eine frühere Annahme der Trierer Bibliotheksgeschichte: Diese kurfürstliche Bibliothek war nicht die Privatbibliothek des letzten Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen, sondern die ehemalige Jesuitenbibliothek.

In den ersten Jahren der französischen Herrschaft 1794-1798 wurden Priesterseminar, Universität und somit die Bibliothek geschlossen, die 1799 die Bibliothek der Zentralschule und 1804 die Stadtbibliothek wurde. Bis 1957 beheimateten die Räume die Stadtbibliothek Trier mit ihrem wertvollen Altbestand, unter dem die Jesuitenbibliothek bis heute besondere Bedeutung für die internationale Forschung hat.


Pressebericht der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Trier vom 23.09.2015

Vortrag Elisabeth von Schönau – Eine unbekannte Trierer Heilige


Dr. Stephanie Hartmann (Leiterin der Diözesanbibliothek Limburg) skizzierte in der Bibliothek des Priesterseminars Trier in ihrem Referat Elisabeth von Schönau – Eine unbekannte Trierer Heilige deren Leben und Werk.

In einer rheinischen Adelsfamilie geboren, wurde Elisabeth (1129-1164/65) im Doppelkloster Schönau im Taunus erzogen. Mit siebzehn Jahren trat sie dort in den Benediktinerorden ein. Schließlich ‚Magistra‘ Vorsteherin des Schönauer Frauenkonventes, gehört sie wie die heute bekanntere und eine Generation ältere Hildegard von Bingen zum Kreis der frühen rheinischen Mystikerinnen. Elisabeth wirkte aber nur in „ihrem“ Kloster Schönau im westlichen Taunus. Hildegard dagegen gründete zwei Klöster in Bingen und Rüdesheim, zudem unternahm sie als Äbtissin einige Predigtreisen.

Am Pfingsttag 1152 begann Elisabeth Visionen zu schauen, die von ihrer Klostergemeinschaft als authentische Botschaften Gottes verstanden, aufgezeichnet und verbreitet wurden. Ihr Schaffen umfasst ein Visionenbuch, Offenbarungen über das Heer der Kölner Jungfrauen, ein Buch der Gotteswege und wenige Briefe. Das Visionenbuch (1152-1155) stellt die Erscheinungen der Tagesheiligen an ihren Gedenktagen und die Geschehnisse aus dem Leben Jesu zu den Herrenfesten dar. Im Buch zu den Offenbarungen über das Heer der Kölner Jungfrauen bestätigte Elisabeth die Authentizität der in Köln zu Beginn des 12. Jahrhunderts aufgefundenen Reliquien. Ihr Buch der Gotteswege thematisiert allegorisch die unterschiedlichen Wege der einzelnen Menschen zum ewigen Heil. Vor allem ihr leiblicher Bruder Egbert unterstützte sie bei der Niederschrift ihrer Schauungen. Nach seinem Eintritt in das Benediktinerkloster Schönau beeinflusste er seine Schwester Elisabeth, indem er das Buch der Gotteswege nach dem Vorbild des Scivias der heiligen Hildegard redaktionell bearbeitete und von ihr bestimmte Auskünfte erbat. Daher bleibt offen, welche Teile ihres Werks authentische Gottesschau oder redaktionelle Bearbeitung sind.

Heute ist Elisabeth immer noch aktuell, da ihre Schauungen trotz der Erschütterungen des Lebens gerade im Zeitalter der Globalisierung einen gangbaren Weg zu Gott aufzeigen können. Daher wird erfreulicherweise Elisabeth bis heute in einer Kapelle in Schönau gedacht, die auch eine Einzelreliquie von ihr birgt.


Vortrag "Die Heiligen Drei Könige und ihre Verehrung in der Stadt und im Bistum Trier" in der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Trier

Zum Thema "Die Heiligen Drei Könige und ihre Verehrung in der Stadt und im Bistum Trier" referierte Prof. Dr. Wolfgang Schmid (Universität Trier) im historischen Lesesaal der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Trier.

Der Vortrag thematisierte den Reliquienkult um die Heiligen Drei Könige in Köln. Dorthin brachte der Erzbischof Rainald von Dassel 1164 deren Reliquien. Er begründete damit den wirkmächtigsten Reliquienkult des Mittelalters und machte damit die Rheinmetropole zu einem Pilgerziel von überregionaler Bedeutung. Dieser Reliquienverehrung verdanken der Dreikönigsschrein und der Kölner Dom ihre Entstehung. Kaspar, Melchior und Balthasar waren jedoch nicht nur Stadt- und Bistumspatrone, sondern auch die Schutzheiligen von Adeligen, Reisenden und Gasthäusern. Die Ausstrahlung der Dreikönigsverehrung in die Stadt und das Bistum Trier bezeugen zahlreiche Denkmäler in Treis-Karden, Kobern-Gondorf und Trier. Von diesen sind das Portal von Liebfrauen und die beiden barocken Dreikönigsaltäre im Trierer Dom besonders hervorzuheben. Außerdem führte die Spurensuche vom Codex Egberti aus dem ausgehenden 10. Jahrhundert über das romanische Dreikönigshaus zu den zwei barocken Dreikönigsaltären im Dom.


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